Rezension: Kartenspiel Fantastische Reiche

Kartenspiel Fantastische Reiche

2-6 Spieler Kartenspiel.  Autor: Bruce Glassco ; Illustration: Octographics ; Original: “Fantasy Realms”  : Deutsche Fassung über: Strohmann Games

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So sieht die Verpackung aus:

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Kartenspiel Fantastische Reiche für 2-6 Spieler. Autor: Bruce Glassco ; Illustration: Octographics ; Original: “Fantasy Realms”  : Deutsche Fassung über: Strohmann Games

Der Inhalt: 53 Karten, 1 Anleitung, 1 Wertungsblock

  • Spieler: 2-6
  • Alter: Ab 10. Komplexität*: Familienspiel
  • Rundendauer: ca. 20 Min.

    *Die Komplexität der Spiele bei Strohmann Games wird in 4 Kategorien eingeteilt: 1 – Familienspiel (grün), 2 – einfaches Kennerspiel (gelb), 3 – gehobenes Kennerspiel (orange) 4 – Expertenspiel (rot)

Die Verpackung und die Karten machen einen guten, typischen Eindruck. Für 53 Karten wirkt die Verpackung etwas groß, aber es ist eine klassische Verpackungsgröße, was natürlich die Produktion vereinfacht. Nach mehreren Spielrunden können sich die Kanten der Karten etwas abnutzen, daher würde ich hier Kartenhüllen empfehlen.

Das Spielprinzip:
Man selbst ist Herrschende oder Herrscher eines imaginären Landes und probiert das mächtigste Weltreich zu werden. Das erreicht man mit der höchsten Punktzahl. Dabei gilt es auf gute Karten zu hoffen, sich an kommende Karten anzupassen und etwas zu überlegen. Teils ist es Glück, aber auch ein wenig Nachdenken ist gefordert.

Es gibt einen zentralen Stapel zum Ziehen, eine Ablage, bzw. Spielbereich und Handkarten je Spieler. Die Spieler versuchen mit 7 Handkarten die bestmöglichen Kombinationen zu bilden und dem Gegenspieler keine zu guten Karten zu überlassen. Die Interaktion zwischen den Spieler ist auf die Ablage beschränkt, daher spielt man nur indirekt gegeneinander und eher parallel. Bei den Karten gibt es verschieden Typen / Farben, Namen, Basiswerte und Bonus oder Strafen.

Jede Karte hat einen Basiswert. Am Ende eines Spiels rechnet man diese Basiswerte quasi als Basispunkte zusammen. Die Karten haben zudem einen Bonus oder Strafen, über die in Kombination mit Namen, Farben oder anderen Variationen zusätzliche Punkte erzeugt werden. Daraus ergeben sich dann noch Bonuspunkte. Am Ende hat man aus den Basis- und Bonuspunkten dann ein Endergebnis je Spielerin und Spieler. Durch die Kombination aus diversen Bonus- und Straf-Varianten ergibt sich auch mit 53 Karten bereits eine leichte Komplexität.

Das Spiel:
Es gibt ein paar Varianten in Form von Anpassungen der Regeln in der Anleitung. Die einfache Variante habe ich hier aufgeführt. Jede Spielerin und jeder Spieler erhält 7 Handkarten. Für jeden Spieler laufen die runden gleich ab, nur die erste Runde startet immer mit einer Karte vom Kartenstapel. Wer beginnt, zieht eine 8. Karte vom Stapel und legt eine Karte in den Ablagebereich. Auf der Hand verbleiben 7 Karten am Ende des Zuges. Auf der Hand sollte die bestmögliche Punktekombination zurückbleiben, bzw. die Basis für Kombinationen die man sich als mögliches Ziel gesetzt hat. Jeder weitere Zug bietet nun immer die Möglichkeit eine 8. Karte vom Stapel oder aus dem Ablagebereich zu ziehen. Abgelegt wird weiterhin immer in die Ablage.

Ist der Ablagebereich mit 10 Karten belegt, endet das Spiel und die Punkte werden ausgezählt. Die Handkarten der einzelnen Spielerinnen und Spieler beeinflussen die jeweils anderen nicht, so dass man nur auf seine Handkarten achten muss.

Jede Spielerin und jeder Spieler rechnet nun die Basiswerte seiner Karten zusammen, dabei achtet man darauf, ob Karten z.B. durch Strafen blockiert sind. Danach rechnet jeder Spieler die Bonuswerte zusammen und achtet auch hier auf Strafen. Die Handkarten der einzelnen Spieler beeinflussen sich dabei nicht gegenseitig. Am Ende gewinnt die Spielerin oder der Spieler mit den meisten Punkten.
Klingt sehr simpel, hat aber dann doch hier und da nette Aspekte, die man beim Spielen kennenlernt.

Eindruck – ausprobiert mit 3 Spielern:
Es wirkt zuerst etwas einfach, macht dann aber nach zahlreichen Runden immer noch Spaß. Es ist aber ein Familienspiele und nicht wirklich sonderlich anspruchsvoll, wodurch der Langzeitfaktor etwas verlorengehen kann, anderseits ist es auch nicht zu kompliziert und lässt sich zügig spielen, was wiederum ein entsprechender Vorteil ist. Es gibt einige Kombinationsmöglichkeiten der Karten und natürlich darf man seinem Gegenspieler nicht zu früh mögliche gute Karten in die Ablage werfen. Zudem weiß man ja nicht was die anderen für Karten Sammeln, da man dies erst rausfinden muss. Schmeißt man anderen eine nicht benötige Karte, die z.B. mit unvorteilhaften Strafen gespickt ist, ab, brauchen andere möglicherweise gerade diese Karte für einen Bonus einer anderen Karte, die diese Strafe aufhebt. Es erfordert zumindest etwas nachdenken, spätestens wenn man Gewinnen möchte und alle nachdenken.

Beispiel: Man hat die Bestien-Karte Drache, aber keinen Zauberer, so gibt der Drache im Basiswert 30 Punkte, was viel ist, aber als Strafe –40, was sehr viel wieder wegnimmt. Vielleicht wartet man nicht auf einen Zauberer oder hat andere Kombinationen im Blick und wirft den Drachen in die Ablage. Der nächste Spieler hat z.B. den Zauberer “Herr der Bestien” auf der Hand, der Bonuspunkte für Bestien gibt (und deren Strafen aufhebt) und zieht nun aus der Ablage den Drachen. Man muss also gut überlegen wann man etwas abwirft, was man wie lange behält und welche Kombination man spielen möchte. Sammeln alle die gleichen Karten, wird man nicht viele Punkte erreichen können und muss viel beachten, um noch rechtzeitig reagieren zu können.

Die verschiedenen Kombinationen muss man mit der Zeit kennenlernen und auch den Einsatz von Artefakte- und Joker-Karten, die einem helfen können. Mit der Zeit erkennt man dann auch schon an der Ablage, welche Karten die anderen suchen.

Aus dem Spieleindrücken heraus sind ein paar Kartenkombinationen etwas stark für die Punktewertungen und bestimmte Karten nutzt man kaum. Hier und da wirken die Karten nicht perfekt ausbalanciert. Mit mehr Spielern sind aber die Kombinationen auch etwas eingeschränkt und anders, was die Probleme ggf. aufhebt. Wetter- und Flut-Karten werden z.B. immer gesammelt, da man damit sehr gute Punkte holt. Armeen- und vor allem Land-Karten landen dafür oft in der Ablage.

Eindruck – Regeln:
Die Regel sind recht kurz gehalten, reichen aber vollkommen aus. So umfangreich ist es ja auch nicht. Z.B. eine Regel (Straße) wird nur direkt auf der einen entsprechenden Karte aufgeführt und steht nicht separat in den Regeln. Bei Karten die sich gegenseitig blockieren / widersprechen muss man etwas auf die Reihenfolgen schauen. In den Regeln ist dies aufgeführt, aber es ist auch nicht direkt ganz einfach zu verstehen.

Fazit:

Nach zahlreichen Runden und mehreren Tagen in Folge macht es noch Spaß, lässt aber erkennen, dass nach mehreren Tagen hintereinander der Wiederspielwert etwas nachlässt. Mit Abstand hat man dann aber dauerhaft ein tolles simples und doch auch mit etwas nachdenken verbundenes Kartenspiel. Hier und da wirkt es nicht perfekt ausbalanciert, aber es ist gut spielbar. Für meinen Geschmack haben die Kartenränder etwas zu zügig kleine Schäden erhalten, daher am besten Hüllen benutzen. Mir gefällt das Spiel insgesamt ganz gut. Toll wären jetzt noch Erweiterungskarten. Eine solide Basis hat das Spiel.

Tipp: Durch die kurzen Runden und die leichte Transportmöglichkeit, ist es ein netter Reisebegleiter.


Bildquelle: Die Bilder wurden von Strohmann Games zur Verfügung gestellt.


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